15. August 2025

Warum wir einen KI-Bordcomputer bauen

Es fing an mit einer einfachen Frage auf dem Wasser: Warum weiß mein Boot nicht, was gleich passiert?

Jeder, der länger auf dem Wasser unterwegs war, kennt das Gefühl: Du sitzt im Cockpit, der Wind dreht, der Barometer fällt, die Batterie wird langsam knapp — und du jonglierst mental zwischen fünf verschiedenen Informationsquellen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Moderne Boote haben Dutzende Sensoren. GPS, Windmesser, Tiefenlot, Motordaten, AIS, Tankgeber. Alles da. Aber jedes Instrument zeigt isoliert seine Daten an. Kein Gerät an Bord sieht das Gesamtbild.

Der erfahrene Skipper als Vorbild

Ein erfahrener Skipper macht genau das intuitiv: Er kombiniert Windentwicklung, Wetterlage, Batteriestatus und Position zu einem Gesamtbild. Er weiß, dass er bei fallendem Barometer und drehendem Wind besser jetzt den Ankerplatz wechselt — nicht in zwei Stunden.

Dieses Kontextverständnis wollen wir digitalisieren. Nicht als Ersatz für den Skipper, sondern als digitaler Wachoffizier, der mitdenkt.

NMEA 2000 — die Daten sind schon da

Das Schöne ist: Die Daten existieren bereits. Jedes Boot mit NMEA 2000 Bus spuckt ständig Informationen aus — Navigation, Wind, Motor, Tanks, Elektrik, AIS. Man muss sie nur intelligent verknüpfen.

  • GPS Position, SOG, COG, Heading
  • Tiefe unter Kiel, Wassertemperatur
  • Wind (AWS, AWA → TWS, TWD)
  • Motor: Drehzahl, Kühlwasser, Öldruck
  • Batteriespannung, Ladestrom
  • AIS: Alle Schiffe in Reichweite

Mit SignalK als Open-Source-Middleware und einem Nvidia Jetson Orin als Recheneinheit haben wir die perfekte Basis, um diese Daten lokal und in Echtzeit zu verarbeiten — ohne Cloud-Abhängigkeit.

Was jetzt kommt

Wir starten mit der Grundarchitektur: Jetson an den NMEA 2000 Bus, SignalK als Datenbrücke, erste KI-Module für Ankerüberwachung und Segelperformance. Schritt für Schritt werden wir hier über den Entwicklungsfortschritt berichten.

Die Reise beginnt. Wir nehmen euch mit.