Smart Anchor: Unser erstes KI-Modul
Warum klassische Ankeralarme versagen — und wie wir es besser machen.
Ankeralarme gibt es seit Jahren. GPS-Position überwachen, Radius setzen, Alarm wenn das Boot rausdriftet. Simpel. Und genau da liegt das Problem: zu simpel.
Warum GPS-Ankeralarme nerven
Jeder Ankerlieger kennt Fehlalarme. Das Boot schwoijt um den Anker — bei Wind, Strom und Tide kann das einen erstaunlich großen Radius ergeben. Setzt man den Alarm-Radius zu eng, klingelt es ständig. Zu weit, und man bemerkt echtes Driften zu spät.
Klassische Alarme wissen nichts über:
- Aktuelle Windrichtung und -stärke
- Strömung (die sich mit der Tide ändert)
- Wassertiefe (und ob die Kette lang genug ist)
- Ob die Positionsänderung normales Schwoien oder echtes Driften ist
Die geheime Zutat: SOG minus STW
Hier wird es spannend. Die meisten Boote haben zwei Geschwindigkeitssensoren: SOG (Speed over Ground, vom GPS) und STW (Speed through Water, von der Logge).
Die Differenz verrät dir die Strömung — direkt und in Echtzeit. Das ist Gold wert für den Ankeralarm:
- Strömung dreht → Boot wird sich neu ausrichten (normal)
- Strömung gleich, aber Position ändert sich → der Anker hält nicht
Kombiniert mit Windrichtung, Tiefe und GPS ergibt das einen Ankeralarm, der den Unterschied zwischen Schwoien und Driften versteht.
Was Smart Anchor macht
- Dynamischer Schwoikreis: Berechnet den erwarteten Radius aus Kettenlänge, Tiefe und Wind
- Strömungserkennung: SOG vs. STW = aktuelle Strömung
- Musterlernen: Normales Schwoiverhalten deines Boots als Baseline
- Kontextalarm: Warnt nur bei echtem Driften, nicht bei normalem Schwoi
- Tidenvorhersage: Weiß, dass bei Tidenwechsel mehr Bewegung normal ist
Der erste Test
Wir testen Smart Anchor aktuell mit simulierten Daten aus echten Ankernächten. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: 90% weniger Fehlalarme bei gleichzeitig früherer Erkennung von echtem Driften.
Im Mai 2026 geht es zum ersten Mal auf echtes Wasser. Wir können es kaum erwarten.